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Der Windhund

Auf dieser Seite erfahren Sie etwas über die beiden folgenden Windhundrassen:

Stand: 16.05.2010

   

 

 

 

Quelle: www.wikipedia.de (die freie Enzyklopädie)

 
Der Galgo:
Herkunft und Geschichtliches

Die Wurzeln des Galgo Español liegen in der Antike. Bereits im 6. Jh. v.Chr. jagten die Kelten mit mittelgroßen Windhunden, die sie dann später auf ihren Zügen auf die iberische Halbinsel brachten. Nach der Unterwerfung der Kelten durch die Römer, wurde in der damaligen römischen Provinz Hispania diese Hunderasse Canis Gallicus (keltischer Hund) genannt. Aus dieser Bezeichnung entwickelte sich später das spanische Wort Galgo, das allgemein für Windhund steht. Großen Einfluss auf diese Hunderasse dürfte aber auch der von den Mauren während der Maurenherrschaft vom 8.-15. Jh. nach Spanien gebrachte arabischen Sloughi und der in Spanien beheimatete Podenco Ibicenco ausgeübt haben. Während des 16., 17. und 18. Jahrhunderts wurde er in großer Zahl in andere Länder wie Irland und England exportiert. Der Galgo Español ist einer der Vorfahren des Englischen Windhundes (Greyhound), der ähnliche spezifische Rassemerkmale wie der Galgo Español aufweist. Der ursprüngliche Galgo Español ist insgesamt zierlicher als der Greyhound und weist keinen Stop auf. Im letzten Jahrhundert wurden für Rennen Greyhounds mit den Galgos gekreuzt (Galgo Inglés), was die Unterscheidung der beiden Rassen für Laien erheblich erschwert.

 

 

 

 

 

Beschreibung
Der Galgo Español ist ein 60-65cm großer und 20-30 kg schwerer Windhund, der Körper ist langgezogen, der Kopf sehr schmal mit kleinen, dunklen, mandelförmigen Augen, mit ruhigem, sanften und zurückhaltendem Ausdruck. Das Ohr ist ein großes, gefaltetes Rosenohr. Bei Aufmerksamkeit sind die Ohren im ersten Drittel halb aufgerichtet mit gefalteten, seitwärts gerichteten Enden. Die Unterlinie zeigt einen langen, mächtigen, gleichmäßig tiefen Brustkorb, bevor der Bauchaufzug ansetzt. Die Rute ist tief angesetzt und kräftig am Rutenansatz. Sie reicht fast bis zum Boden mit einem leichten seitlichen Knick am Ende.

Es sind drei Arten des spanischen Galgos bekannt: die Glatthaarigen, die Langhaarigen (die praktisch nicht existieren) und im Gegensatz zu den meisten anderen Windhundartendie die Rauhhaargalgos. Das Fell ist beim Kurzhaar sehr kurz und fein, beim Rauhhaar dagegen mittellang (bis ca. 10 cm), struppig und hart. Es ist oft braun gestromt oder schwarz, teilweise mit weissen Teilen an Kopf, Beinen und Rute, jedoch können auch alle anderen Farben vorkommen. 

Die Rasse weist praktisch keine Erbkrankheiten auf. Der iberischen Geographie, der Trockenheit unserer Felder und unserem launigen und widerspenstigen Klima perfekt angepasst hat sich der glatthaarige Galgo mit der Zeit als ideale und am besten angepasste Variante erwiesen. Die Natur hat es übernommen, eine Rasse herauszubilden, die perfekt den Angriffen wilder Tiere und den Schürfungen durch Dornen und Steinen widersteht.

 

Wesen
Charakterlich ist er im allgemeinen ruhig und zurückhaltend, wenn er Zutrauen gefasst hat aber sehr anhänglich und auf seine Bezugspersonen fixiert. Dem Galgo sind Agressionen fremd, bei Bedrohungen reagiert er in der Regel mit Flucht. Er ist rassetypisch im Haus sehr ruhig, im Freien entwickelt er, je nach Erziehung einen mehr oder weniger ausgeprägten Jagdinstinkt und ein feuriges Temperament. Der Galgo Español ist sehr intelligent, mutig, sehr neugierig, für einen Windhund gut erziehbar und recht pflegeleicht. Er stellt keine sehr hohen Anforderungen an den Besitzer was die Erziehung anbelangt. Im Allgemeinen ist der Galgo als sehr sanft und gutmütig zu bezeichnen.

Verwendung
Der Galgo wurde ursprünglich zwar für die Hasenjagd gezüchtet, kann aber auch auf Kaninchen und Wildschweine angesetzt werden. Er jagt mit den Augen und fängt seine Beute durch seine extreme Schnelligkeit (bis zu 65km/h) und seine blitzschnellen Wendungen. Aufgrund dieser Schnelligkeit wird er auch bei Windhundrennen eingesetzt. Der reine Galgo ist etwas langsamer als der Greyhound, aber deutlich ausdauernder. Leider ist es in Spanien Sitte, dass diese Hunde in grossen Massen unter sehr einfachen Bedingungen gezogen, für eine oder zwei Jagdsaisons oder Rennen gehalten und dann landestypisch abgeschaft werden (typisch war das Aufhängen der Hunde). Seit 1996 steht dieses zwar unter Strafe, wird aber trotzallem häufig noch praktiziert.

 

Körperbau des Galgos

Kopf: Dem Körper entsprechend ist der Kopf lang, knochig und trocken. Das Verhältnis von Schädellänge zu Fang ist 5/6: die Länge des Schädels 5, Länge des Fangs 6. Die oberen Begrenzungslinien von Fang und Schädel streben auseinander. Von oben gesehen soll der Kopf ebenmäßig und sehr lang sein, mit einem langen und schmalen Fang.
Oberkopf
Schädel:
Schmal und von leicht konvexem Profil. Er ist länger als breit. Durch die Mitte der Schädeldecke verläuft eine in den ersten zwei Dritteln (vom Fang aus gesehen) sehr ausgeprägte Furche. Die Stirnhöcker und der Hinterhauptkamm sind bloß angedeutet.
Stop: Leicht, sehr wenig betont.

Gesichtsschädel
Nasenschwamm:
Klein, feucht; schwarz pigmentiert.
Fang: Lang, mit gegen den Stop zu leicht konvexem, schmalem Nasenrücken.
Lefzen: Sehr trocken. Die obere Lefze bedeckt knapp die untere. Die untere bildet keinen betonten Mundwinkel. Die Lefzen sind fein, straff und dunkel pigmentiert.
Kiefer/Zähne: Zähne stark, weiß und gesund. Scherengebiss. Die Eckzähne sind stark entwickelt. Alle Prämolaren sind vorhanden.
Augen: Klein, schrägstehend, mandelförmig; vorzugsweise dunkel, haselnussfarbig. Ruhiger, sanfter und zurückhaltender Ausdruck.
Augenlider: Feine Haut und dunkle Augenschleimhaut. Sehr eng am Augapfel anliegend.
Ohren: Breiter Ansatz, dreieckige Form, fleischig im ersten Drittel, bis zur abgerundeten Spitze dünner und feiner werdend. Hoch angesetzt. Bei Aufmerksamkeit sind die Ohren im ersten Drittel halb aufgerichtet mit gefalteten, seitwärts gerichteten Enden. Im Ruhestand (entspannt) bilden sie ein am Kopf eng anliegendes Rosenohr. Zieht man sie nach vorne, reichen sie knapp bis zum Mundwinkel.
Gaumen: Dunkel mit sehr ausgeprägten vorstehenden Schleimhautrillen.
Hals: Lang, oval, flach, schlank, stark und beweglich. Schmal beim Kopfansatz, bis zum Rumpfbeginn sich leicht verbreiternd. Die obere Linie ist leicht konkav. Die untere Linie ist fast geradlinig mit, in der Mitte, einer leichten Wölbung.

Körper
Gesamtansicht:
Rechteckig, stark und beweglich, Kraft, Beweglichkeit und Widerstandsfähigkeit anzeigend. Der Rippenkorb ist stark entwickelt; stark aufgezogener Bauch.
Obere Profillinie: Leicht konkav verlaufende Rückenlinie, konvex verlaufende Lendenpartie. Ohne brüske Unterbrüche und ohne Abweichungen während der Bewegung, was einen Eindruck von großer Elastizität vermittelt.
Widerrist: Leicht angedeutet.
Rücken: Gerade, lang und gut umrissen.
Lenden: Lang, kräftig, nicht sehr breit, mit einer gebogenen oberen Linie und kompakter Muskulatur, den Eindruck von Beweglichkeit und Kraft gebend. Die Höhe der Lende kann in ihrem Mittelteil die Höhe des Widerristes übertreffen.
Kruppe: Lang, kräftig und sehr schräg. Ihre Neigung zur Horizontalen beträgt mehr als 45 °.
Brust: Mächtig, trotzdem nicht sehr breit; tief, ohne den Ellenbogen zu erreichen, und sehr lang in der Ausdehnung bis zur 13. Rippe. Spitze des Brustbeins ausgeprägt
Rippen: Flache Rippen und weite Rippenzwischenräume. Die Rippen müssen gut sichtbar und ausgeprägt sein. Der Umfang des Rippenkorbes ist um ein weniges größer als die Widerristhöhe.
Untere Profillinie und Bauch: Der Bauch ist vom Ende des Brustbeines an stark aufgezogen. Kurze und trockene Weichen; gut entwickelte Flanken.
Rute: Tief angesetzt und kräftig am Rutenansatz; sie fällt den Läufen entlang und liegt ihnen eng an. Sie verjüngt sich zunehmend bis zu einer sehr dünnen Spitze. Beweglich und sehr lang; sie reicht weit über das Sprunggelenk hinaus. Im Ruhezustand hat die Rute die Form einer Sichel mit einem stark ausgeprägten, seitlich weisenden Haken am Ende. Sie ist zwischen die Läufe geschoben und berührt mit dem Haken vor den Hintergliedmassen fast den Boden. Dies ist ein typisches Merkmal dieser Rasse.

Gliedmaßen
Vorderhand
Allgemeines: Läufe absolut senkrecht, fein, gerade und parallel; kurzer und dünner Vordermittelfuß, Hasenpfoten.
Schultern: Trocken, kurz und schräg. Das Schulterblatt soll deutlich kürzer sein als der Oberarm.
Oberarm: Lang, länger als das Schulterblatt, sehr muskulös, mit freiem Ellenbogen, obwohl dieser dem Körper eng anliegt.
Unterarm: Sehr lang, gerade und parallel, gut ausgeprägte Knochen, hervorstehende Sehnen. Karpalballen sehr ausgeprägt.
Vordermittelfuß: Leicht geneigt, fein und kurz.
Vorderpfoten: Hasenpfote. Eng aneinanderliegende und gewölbte Zehen. Starke und lange kräftige Zehenglieder. Pfotenballen hart und gut entwickelt. Die Zwischenzehenhaut ist mäßig ausgebildet, die Krallen sind sehr gut ausgebildet
Winkel: Winkel Schulterblatt zu Oberarm 110 Grad. Winkel Oberarm zu Unterarm 130 Grad.

Hinterhand
Allgemeines:
Kräftig, gut abgezeichnete Knochen; lange, gut ausgebildete Muskulatur. Absolut senkrecht gestellt, mit korrekten Winkelungen. Gut ausgeprägte Sprunggelenke; kurzer Mittelfuß, senkrecht zur Erde. Hasenpfoten mit gewölbten Zehen. Die Hinterhand gibt den Eindruck von Kraft und Wendigkeit bei gutem Schub.
Oberschenkel: Sehr stark, lang, muskulös und fest. Der Oberschenkelknochen hat eine optimale Senkrechtstellung (zum Boden). Von hinten gesehen, sieht man auf den ersten Blick die sehr gut ausgebildete Muskulatur; die Länge des langen, flachen und starken Oberschenkels beträgt ¾ der Länge des Unterschenkels.
Unterschenkel: Sehr lang mit ausgeprägten, feinen Knochen; muskulös im oberen Teil und weniger muskulös im unteren Teil mit klar sichtbaren Venen und Sehnen.
Sprunggelenk: Sehr ausgeprägt mit gut sichtbar stark ausgebildeter Achilles-Sehne.
Hintermittelfuß: Dünn, kurz und senkrecht zum Boden.
Hinterpfoten: Hasenpfoten, genau so geformt wie bei den Vordergliedmaßen.
Winkel: Hüfte zu Oberschenkel 110 Grad, Oberschenkel zu Schienbein 130 Grad
Sprunggelenkwinkel größer als 140 Grad
Gangwerk:
Der typische Gang ist naturgemäß der Galopp. Der Trab ist sehr lang, nahe über dem Boden, elastisch und energisch. Ohne Tendenz zum Paßgang und zu seitlicher Verschiebung.
Haut:
Straff am Körper in allen Bereichen, widerstandsfähig und beweglich, rosafarben. Die Schleimhäute sollen dunkel sein.

Haarkleid
Haar:
Dicht, sehr fein, kurz, glatt; verteilt über den ganzen Körper bis zu den Zehenzwischenräumen. Im hinteren Bereich der Oberschenkel etwas länger. Die Varietät mit halblangem Rauhaar zeigt eine unterschiedliche Rauheit und Länge der Haare, obwohl die Haare immer gleichmäßig über den ganzen Körper verteilt sind, bilden sich ein Oberlippen- und Backenbart, buschige Augenbrauen und ein Haarschopf.
Farbe: Alle Farben sind zulässig. Die typischen Farben sind in der Reihenfolge ihrer Bevorzugung:
- Falbfarben und mehr oder weniger dunkel gestromt gut pigmentiert.
- Schwarz.
- Schwarz gefleckt, hell oder dunkel.
- Dunkel falbfarben.
- Zimtfarben.
- Gelb.
- Rot.
- Weiß
- Gescheckt.

Größe
Widerristhöhe:
Rüden: 62 bis 70 cm, Hündinnen: 60 bis 68 cm
Abweichungen von 2 cm nach oben sind bei Hunden mit einer harmonischen Gesamterscheinung zugelassen.


Der Greyhound:

 

FCI - Standard Nr. 158
Patronat           Großbritannien
Klassifikation FCI         
    * Gruppe 10 Windhunde.
    * Sektion 3 Kurzhaarige Windhunde

Rassenamen laut FCI    Greyhound
Widerristhöhe: Rüde 71-76cm, Hündin 68-71cm

Der Greyhound ist eine von der FCI (Nr. 158, Gr.10, Sek.3) anerkannte Hunderasse aus Großbritannien.

 

Herkunft
Die Kelten brachten seine Vorfahren bei ihrer Einwanderung auf die britischen Inseln im vierten Jahrhundert v. Chr mit. Während des 16., 17. und 18. Jahrhunderts wurde zudem der spanische Windhund (Galgo Español) in großer Zahl nach Irland und England exportiert. Durch entsprechende und zielgerichtete Weiterzüchtung entstand daraus der englische Windhund. Über Großbritannien kam er in die USA. Die Bekanntheit hat dort soweit geführt, dass eine landesweite Buslinie nach ihm benannt wurde.

Die Bezeichnung „Greyhound“ steht im englischen Sprachraum allgemein für den Windhund. Das englische „Greyhound“ könnte sich teils von „Gazehound“ (Sichthund), teils von „Greecehound“ (Griechischer Hund) ableiten. Die Universität Oxford gab an, dass das Wort „Grey“ keltischen Ursprungs sei und „Hund“ heiße. Nach dieser Erklärung kommt es zu einer Verdopplung der Bedeutung aus zwei Sprachen, das aus dem keltischen stammende „Grey“ und „hound“ das für alle großen Jagdhunde, speziell Hetzhunde, Meutehunde, steht.

Rasseeigenschaften
Der Greyhound wird von vielen als der typische Windhund angesehen. Die moderne Greyhoundrasse lässt sich in drei Haupttypen aufgliedern. Am verbreitetsten ist der Racing Greyhound, English and Irish. Die Durchschnittswiderristhöhe einer Hündin beträgt 70 cm, eines Rüden 74 cm. Das Gewicht variiert zwischen 23 und 33 kg. Greyhounds sind immer glatthaarig mit feinem dichtem Haarkleid. Es gibt sie in den Farben Schwarz, Weiß, Gestromt, Falb und Blau, auch in der Grundfarbe Weiß, gescheckt mit jeder dieser Farben.

Die Greys sind weitgehend frei von Erbkrankheiten. Als einzig sehr typische Anfälligkeit lässt sich die Greysperre erwähnen, die bei starker, übermäßiger Belastung (Hetztrieb) oft auch in Kombination mit zu wenig Wasser und höherer Temperatur auftreten kann. In diesem Fall ist sehr häufig ein sehr steifer Gang (bis zur Bewegungsunfähigkeit verkrampfte Muskeln) und häufig auch dunkler Urin zu beobachten. In diesem Fall muss umgehend ein Tierarzt tätig werden.

Greyhounds fehlt weitgehend wie vielen Windhunden der sonst verbreitete typische hundliche Geruch. Das Wesen aller drei Typen ist ähnlich - freundlich, intelligent, zärtlich, sehr sanft und anhänglich, sehr anpassungsfähig und sie lieben die Bequemlichkeit.

Verwendung
Früher wurde er bei der Niederwild-, selten zur Hochwildjagd verwendet. In einigen Ländern ist die Verwendung in der Niederwildjagd noch üblich. Dazu zählen die USA, Spanien, Portugal, Russland und Pakistan, wo Greyhounds noch Verwendung bei Hasenhetzen finden. In Großbritannien, bei denen die Greyhounds noch bis 2005 bei Veranstaltungen wie dem Waterloo Cup auf Geschwindigkeit und Kondition getestet wurde, ist diese Form von Sport, bei der lebende Hasen gehetzt werden, seit dem Hunting Act 2004 untersagt. In der heutigen auf Geschwindigkeit gezüchteten Form laufen sie hauptsächlich auf der Bahn bei Hunderennen, wobei sie Geschwindigkeiten von bis zu 80 km/h erreichen können.

Als Familienhunde sind Greyhounds im Haus liebevolle, anschmiegsame, treue, ruhige Hausgenossen, die relativ anspruchslos in Haltung und Pflege sind. Draußen kann der Jagdtrieb so stark sein, dass ein Freilauf kaum möglich ist. Als Ausgleich bietet sich hier das Laufen am Rad an,


 
Muss ein Hund auf die Rennbahn?
Wie wird man einem Windhund gerecht?
 (mit freundlicher Genehmigung des DWZRV -Deutscher Windhundzucht- und Rennverband-)
 

Muss ein Windhund auf die Rennbahn?
Man kann einen Windhund auch dann artgerecht halten, wenn er seinen regelmäßigen freien Auslauf bekommt. Für eine artgerechte Haltung von Hunden und auch von Windhunden im speziellen ist die "Rudelstruktur" , d.h. die Integration innerhalb der Familie wichtiger als der oft überbewertete Bewegungsdrang. In der Praxis zeigt sich oft, dass den Windhunden generell ein angeblich "unbändiger Bewegungsdrang" nachgesagt wird, der nur auf der Rennbahn oder im Coursing befriedigt werden kann. Das ist grundsätzlich nicht richtig: Denn der Einsatz bei Hunderennen und Coursing sind kein Auslaufersatz, vielmehr folgt der Windhund seinem angeborenen Instinkt und je nach Rasse, verausgabt er sich bei so einer forcierten Hetzjagd völlig und überschreitet teilweise seine körperlichen Grenzen. Hier dürfen nur sachgemäß vorbereitete und trainierte Hunde an den Start gehen. Hunderennen und Coursing als Auslaufersatz oder Bewegungsmöglichkeit anzusehen ist sträflich und kann unter Umständen sogar Tierquälerei sein. Aus wirtschaftlichen Gründen sind die Rennvereine daran interessiert viele Mitglieder und Teilnehmer an den Veranstaltungen und Trainings zu haben, in den seltensten Fällen erfolgt eine Aufklärung der Hundebesitzer und Neulinge. Am Ende ist immer der Hundebesitzer verantwortlich gegenüber dem Tierschutzgesetz, seinem Hund keine Leistungen abzuverlangen, die er
nicht bzw. nur unter Umständen erbringen kann.


Wie wird man einem Windhund gerecht?
Windhunde sind Hetzjäger und als solche ursprünglich gezüchtet. Viele der unterschiedlichen Windhundrassen haben ihre besonderen Rasseigenheiten. Windhundrennsport hat nichts mit Windhundhaltung an sich zu tun, er ist ein sportlicher Wettbewerb, an dem die Hundebesitzer mit ihren Hunden teilnehmen. Windhundrennen sind keine Art Ersatz für Auslauf, sondern Hochleistungssport, der ein gezieltes sachgemäßes Training voraussetzt.Beim Windhundrennen und noch mehr beim Coursing werden den Hunden Leistungen abverlangt, die sie nur in Topkondition erbringen können. Weil der Windhund beim Anblick des flüchtenden Hetzobjekts hinterherhetzt, heißt nicht, dass er das aus Freude macht. Der Hetztrieb wird automatisch ausgelöst und ist ein angeborener Instinkt, den der Hund ohne emotionale Beteiligung zwanghaft ausführen muss. Durch die Befriedigung des Hetztriebes werden Neurotransmitter im Hirn freigesetzt, die dem Hund eine Art Glücksgefühl bescheren.

 

PRO ANIMALE FÜR TIERE IN NOT E.V. HAT VERTRAGLICH FESTGELEGT, DAS DIE VON UNS GERETTETEN WINDHUNDE WEDER AN RENN- ODER COURSINGVERANSTALTUNGEN TEILNEHMEN DÜRFEN!

Sicher haben Sie sich den oben stehenden Text sehr genau durchgelesen und verstehen unsere vertraglichen Bedingungen.
Die Windhunde, die wir aufnehmen und weiter vermitteln haben ihre „Renn – oder Jagdkarriere“ hinter sich und so soll es auch bleiben! Die Greys, aber auch die Galgos, die wir auffangen, sind von Welpenalter an (viel zu früh!) als Hochleistungssportler ausgebeutet worden. Die Hunde waren weder von ihrer körperlichen Entwicklung (Knochenbau, etc) noch von ihrer geistigen dazu ausgereift, ein derart strapaziöses Leben zu führen.

Sollten Sie also einen Hund bevorzugen, der zum Coursing oder auf die Rennbahn gehen soll, auch wenn Sie diese Orte nur unregelmäßig aufsuchen – was ebenso fatale Folgen für die Tiere hat, dann bemühen Sie sich bitte um einen gesunden Hund von einem guten Züchter. Aber bitte, auch dieser Hund muss, bevor Sie ihn zum Hochleistungssport einsetzen, von einem Tierarzt untersucht werden, der sich mit der Problematik der Rennbahnen und der dort laufenden Hunde auskennt. Und Sie sollten sich eingehend mit diesem Thema auseinander gesetzt haben.

Es werden im Hinblick auf den sportlichen Einsatz der Hunde so viele Fehler gemacht, dass wir es nicht begreifen können. So werden Windhunde mit dem Auto zu so genannten „Windhundausläufen“ gebracht, aus dem Auto gelassen und dann dürfen sie sofort lossprinten, ohne dass sie sich vorher bewegt und ihre Muskulatur aufgewärmt haben. Wenn Sie so bei einem Terrier oder anderen Hunderassen verfahren, dann geht es meistens für die Hunde gut aus. Machen Sie dies jedoch bei einem Windhund, so kann es fürchterliche Folgen für Ihren Hund haben. Bitte lesen sie dazu auf unserer Homepage das Kapitel „Greyhoundsperre“.

Schließlich wissen wir alle, dass auch die menschlichen Hochleistungssportler viel Zeit vor ihren Wettkämpfen mit dem Aufwärmen, mit Dehn – und Streckübungen verbringen, damit sie sich keine Verletzungen zuziehen.
 


So erreichen Sie uns:             Telefon: 047 56 - 85 12 91